Argumente

Du weißt nicht, was du sagen sollst?

Hier werden neun der wichtigsten und gängigsten rechtspopulistischen Positionen und Argumente analysiert, diskutiert und für das persönliche Gespräch aufbereitet. Sie sind eingeteilt in zwei grobe Themenfelder: zuwanderungsfeindliche Positionen und establishmentkritische Positionen. Lies sie dir durch, um dich inhaltlich optimal auf ein persönliches Gespräch vorzubereiten.

Jedes unserer Argumente ist folgendermaßen aufgebaut: Es geht los mit einer kurzen Einführung. Danach werden abwechselnd einzelne Elemente der rechtspopulistischen Position behandelt. Erst wird beleuchtet, was für die Position spricht, danach, was du dagegenhalten kannst. Dazwischen gibt es manchmal Faktenchecks oder Zwischenfazits, am Ende dann eine kurze Zusammenfassung.

Mach dir auch klar, dass jedes gute Argument nur dann überzeugt, wenn du es gut vermittelt bekommst. Das heißt, du musst das Gespräch mit deinem Gegenüber strategisch geschickt angehen. Um dir das anzueignen, schau dir an wie du dich aufs Gespräch vorbereiten kannst, wie du dich während des Gesprächs verhalten solltest, und was du danach noch machen kannst. Hinweise dazu findest du im Teil zur Gesprächsstrategie.

Zuwanderungsfeindliche Positionen

"Der Islam rechtfertigt Gewalt gegen Andersgläubige. Deshalb sollten weniger muslimische Geflüchtete aufgenommen werden - oder keine.“
Die Religionsfreiheit schützt die Freiheit des Einzelnen, eine religiöse Überzeugung zu wählen. Sie schützt auch die Freiheit des Einzelnen, keiner Religion angehören zu müssen und nicht zu glauben. Aber lässt der Islam das auch zu? Wie ist der Koran einzuschätzen?
"Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg, weil sie ihre Arbeit viel günstiger anbieten. Deshalb sollten wir weniger oder keine Ausländer mehr aufnehmen."
Je mehr Menschen nach Deutschland kommen, desto größer ist die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt. Ausländer nehmen Deutschen also die Arbeitsplätze weg, wird häufig behauptet. Stimmt das? Und sollen sie deshalb „draußen bleiben“?
"Einwanderung gefährdet unser Sozialsystem und ist nicht länger tragbar. Wir sollten deshalb weniger oder keine Zuwanderer mehr aufnehmen."
Seit vielen Jahrzehnten gibt es Einwanderung in die Sozialsysteme Deutschlands. Dies sei nicht nur ungerecht, sondern gefährde auch das langfristige Bestehen dieses Austauschs, wird von Rechtspopulist*innen immer wieder angeprangert. Sind diese Vorwürfe gerechtfertigt?
"Integration funktionierte noch nie. Warum sollte sie jetzt funktionieren? Deshalb sollten keine Migrant*innen aufgenommen werden, die sich erst in die deutsche Gesellschaft integrieren müssen."
Häufig wird behauptet die Integration der Gastarbeitergeneration der 1960er und 1970er Jahre sei gescheitert und vielfach seien Parallelgesellschaften entstanden. Wird dies mit den geflüchteten Menschen aus kulturell noch fremderen Regionen besser laufen?
“Muslimische Zuwanderer passen nicht zur "deutschen Leitkultur", da sie in einem nichtdemokratischen Herrschaftssystem aufgewachsen sind und sozialisiert wurden.”
Im Zuge der gestiegenen Zuwanderung nach Deutschland seit 2015 werden von verschiedenen Seiten Argumente angeführt, weshalb diese Zuwanderung reguliert oder gestoppt werden sollte. Aber ist die Wahrung der "deutschen Leitkultur" ein überzeugender Grund, um Geflüchtete abzuweisen?

Establishmentkritische Positionen

"Politische Eliten haben eine erfolgreiche Integrationspolitik versäumt! Sie sind aus falsch verstandener Political Correctness nicht gewillt, Migrationsprobleme zu benennen. Deshalb sollte man rechte Parteien wählen."
Integration ermöglicht ein Zusammenleben mit gemeinsamen Umgangsformen und Werten. Dies erfordert Offenheit, die Bereitschaft am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben sowie Akzeptanz des demokratischen Systems. Wurde in der Vergangenheit beim Vermitteln dieser Werte versagt? Und werden die Integrationsprobleme von der Politik verschwiegen?
"Die etablierten Parteien sind zu sehr in die politische Mitte gerückt. Konservativen Wählern bleibt gar keine andere Möglichkeit, als rechte Parteien zu wählen.“
Die etablierten Parteien rücken politisch in die Mitte, sodass es keine wirklich konservative Alternative mehr gibt. Wer konservativ wählen möchte, könne somit nur noch weiter rechts stehende Parteien wie die AfD wählen, argumentieren einige. Liegen sie damit richtig?
"Politiker sind abgehoben und haben die Verbindung zum Volk verloren. Rechtsorientierte Parteien nehmen unsere Sorgen und Ängste wieder ernst, sodass wir uns wieder vertreten fühlen.”
Viele Wählerinnen und Wähler haben zunehmend das Gefühl von der gewählten Regierung nicht mehr zufriedenstellend repräsentiert zu werden. Rechte Parteien versprechen dies zu ändern. Stimmt es, dass rechte Parteien die Wünsche der Bevölkerung besser vertreten?
“Lügenpresse ist als Teil des Systems nicht neutral und vertritt mich nicht. Deshalb sollte man etablierten Medien nicht mehr vertrauen!”
“Lügenpresse – Halt die Fresse!” ist seit dem jüngsten Wiederaufleben rechtspopulistischer Strömungen und Denkmuster zu einem Leitmotiv geworden. Doch was wird konkret gefordert? Wie kommt der Vorwurf zustande? Womit werden die zugehörigen Forderungen begründet?