Das erste Gespräch hast du geschafft. Aber Überzeugungsarbeit braucht Zeit. Was du aus dem ersten Gespräch lernen kannst, um dich auf das nächste vorzubereiten, erfährst du hier.

Evaluieren:

Was lief gut, was nicht? Mache dir Gedanken darüber, was du schon erreicht hast und was nicht. Und vor allem: Was hat nicht geklappt?

Der Blick zurück, um nach vorne zu schauen. Hat dir die andere Person überhaupt richtig zugehört? Warst du inhaltlich gut genug vorbereitet auf die Themen, um die es ging? Bist du ruhig geblieben? Konntest du die Diskussion bei einem Thema halten, über das einigermaßen sachlich diskutiert wurde? Und vor allem: Was hättest du anders machen können?

Es gibt unzählige Kriterien, woran du den Erfolg oder Misserfolg deines ersten Gesprächs messen kannst. Wichtig ist: Lass dir das Gespräch nochmal in Ruhe durch den Kopf gehen. Überlege dir, was du gelernt hast: über dein Gegenüber, die Situation, andere Menschen, die dabei waren. Ideal wäre es, wenn du dich mit Freunden oder Verwandten, die deine Ansichten teilen, über das Gespräch austauschen kannst. Auch hier bei diskursiv.net wird es bald eine Plattform geben, auf der du deine Erfahrungen teilen kannst, um eventuell von Mitstreiter*innen Ratschläge für das nächste Gespräch im privaten Umfeld zu bekommen. Schon jetzt kannst du uns von deinen Erfahrungen schreiben, auf facebook oder direkt über unser Kontaktformular.

Alle Einsichten, die du gewinnst, kannst du für das nächste Gespräch verwenden – selbst wenn das nächste Gespräch nicht mit der gleichen Person stattfinden sollte. Denn, soviel weißt du spätestens jetzt: Überzeugungsarbeit ist nicht nur anstrengend, sie kostet auch viel Zeit und Geduld. Nach einem Gespräch ist es nicht vorbei, sondern geht gerade erst los. Wenn dir dein Gegenüber überhaupt zugehört hat, dann ist das schon ein erster Erfolg. Wenn du das Gefühl hast, erste Denkprozesse zu einem Thema ausgelöst zu haben, noch besser. Der Prozess hat begonnen. Jetzt geht es darum, dranzubleiben!

Entscheiden:

Macht es Sinn, den Austausch mit dieser Person fortzusetzen? Überlege dir, ob du nach deiner Erfahrung das Gefühl hast, Fortschritte erreichen zu können – oder nicht.

Hat dir dein Gegenüber überhaupt zugehört? Und wenn nicht, warum nicht? War die Situation vielleicht nur ungünstig? Oder wird er*sie dir das nächste Mal genauso konfrontativ und ablehnend begegnen?

Es ist legitim, den Dialog mit einer Person aufzugeben, wenn du herausgefunden hast, dass ein echter Austausch mit dieser Person sowieso nicht stattfinden kann. Konzentriere deine Kräfte dann lieber auf jemand anderen.

Wenn du aber das Gefühl hast, etwas erreichen zu können, wenn du denkst, der Anfang ist vielleicht sogar schon gemacht - du hast erste Denkprozesse zu einem Thema auslösen können - dann geht es weiter!

Planen:

Wie geht es weiter? Wie vor dem ersten Gespräch, gilt auch vor dem zweiten und dritten: Bereite dich vor!

Gehe zurück zur Gesprächsvorbereitung und gehe die gestellten Fragen nochmal durch. Viele davon wirst du jetzt deutlich besser beantworten können als beim ersten Mal. Du kennst deine*n Gesprächspartner*in besser, du kannst besser einschätzen, was funktionieren könnte, und was nicht funktionieren würde. Du weißt jetzt vielleicht, wo du dich inhaltlich besser vorbereiten musst und auf welche Argumentationsweisen du unbedingt achten musst.

Kurz: Je länger du diesen Dialog aufrecht erhältst, desto besser lernst du dein Gegenüber kennen. Dadurch kannst du dich auch immer besser auf ihn*sie einstellen, sodass du deine Ziele hoffentlich besser erreichen kannst. Nach dem Gespräch ist vor dem nächsten Gespräch. Auch wenn der erste Schritt schwer war, wir versichern dir, der zweite wird (etwas) leichter!